Präsentationen und Veröffentlichungen

Intelligentes Radar mit digitalem 3D-Untergrundmodell

Messebericht INTERGEO Köln 2010

„Mit insgesamt über 17.500 Fachbesuchern, knapp 1.500 Kongressteilnehmern und einem Wachstum an Ausstellern und Ausstellungsfläche setzte die INTERGEO ihre positive Gesamtentwicklung als international führende Kongressmesse für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement in der Domstadt fort. Die mehr als 500 Aussteller aus 32 Nationen, wobei der internationale Anteil hier über 30 Prozent ausmachte, präsentierten sich und ihre Neuheiten einem sehr interessierten Publikum, das sich mit einer neuen Höchstmarke von 25 Prozent aus dem Ausland rekrutierte. „Auf einen so hohen Anteil bringt es keine andere Nicht-Firmen-Konferenz unserer Branche“, erklärte Dr. Rosengarten. Und: „Das Business ist besser, als es vor einem Jahr prognostiziert wurde. Wir erwarten für 2011 ein deutliches Projektwachstum sowohl im Dienstleistungs- als auch im Technologie- Bereich“, sagte Dr. Rosengarten.“

Pressemitteilung zur INTERGEO vom 07.10.2010 auf http://www.intergeo.de/de/deutsch/presse-service/pressemeldungen.php

Zweck und Ziel unserer Präsentation

Fortführend zur im letzten Jahr stattgefundenen Präsentation des Grundlagenprojektes „Digitales 3D Untergrundmodell mit Georadar und GPS“ (INTERGEO 2009), ebenfalls gefördert durch das BMWi, wurde nun das abgeschlossene Projekt “Konstruktion eines nicht destruktiven 3D-Untergrund-Messsystems mit präziser Lagebestimmung durch GPS“ dem breiten Publikum vorgestellt, um Interessenten für die erzielten Ergebnisse zu finden.

Die INTERGEO ist im Bereich der Geodäsie das bekannteste, wichtigste und vielseitigste Forum rund um Geodätische Fragestellungen und Lösungen. Hier sollten mit dem zahlreich anwesenden Fachpublikum weiterführende nachhaltige Lösungen diskutiert werden sowie letztendlich mit möglichen Anwendern in Kontakt getreten und weitere Wege für eine Verbreitung des Systems vorbereitet werden. Dabei wurden in erster Linie Vermessungs- und Flurbereinigungsbehörden, Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure sowie die Kataster- und Vermessungsämter angesprochen werden.

Zukunftsorientiert sollte durch wissenschaftliche Diskussionen auch das Interesse der Hochschulen geweckt werden, um neue Impulse für weiterführende Projekte zu entwickeln. Im Rahmen der INTERGEO war es ebenfalls ein wichtiges Ziel weitere mögliche Anwendungsgebiete und Anwender für das Georadar zu finden und dessen Stellung und Entwicklungsstand auf dem Markt zu erfassen.

Unser Stand

Um den Messebesuchern einen transparenten Einblick in die vielfältigen Prozesse der Grenzsteinsuche mit Georadar zu geben und gleichzeitig die verschiedenen Aspekte unter den gegebenen Messebedingungen diskutieren zu können, wurde das Gesamtmesssystem in den wesentlichen Arbeitsprozessen (Erfassung, Prozessierung, Merkmalsextraktion und Ergebnispräsentation) räumlich und technisch unabhängig voneinander dargestellt, wobei der modulare Charakter des Messsystems von Vorteil war. So konnte an mehreren Stationen vorgeführt bzw. ganz speziell auf die verschiedene Prozesse eingegangen werden.

Auch wurde wegen des Aufbaus in einer Halle abweichend zum standardmäßigen Aufbau mit GPS, ein möglicher Aufbau mit einem Tachymeter gezeigt. Den wesentlichen Überblick über das gesamte Projekt und die komplexen Zusammenhänge gaben die vier großformatigen Poster, in die Modelle eingearbeitete Erklärungen sowie Handouts wieder.

Zusätzlich wurden fachlich vertiefende Informationen gleichzeitig per Beamer, TouchScreenPC und Live-Vorführung an den Modellen vermittelt.
Besonderen Andrang fand die Demonstration der Radarmessung mit einer aktiven Georadarantenne an einem vereinfachten Sandkastenmodell mit eingebrachten Grenzsteinen, während die Messergebnisse gleichzeitig über den Beamer in Form von Radargrammen an einer Leinwand betrachtet und analysiert werden konnten. Hier wurden Leistungsfähigkeit und Beschränkung des Systems gleichermaßen demonstriert.

Für eine abrundende anschauliche Darstellung der Problematik stand außerdem eine drehbare modellhafte Nachbildung eines Untergrundausschnittes zur Verfügung, an welchem die wesentlichen Informationen ebenfalls schematisch und somit auf einfache Art und Weise vermittelt werden konnten.

Impulse durch Gespräche

Aus der umfangreichen und vielfältigen Art und Weise der Präsentation des Projektes resultierten gezielte Anfragen von Seiten des Fachpublikums, nicht nur aus dem Bereich des Liegenschaftskatasters eng verbunden mit der Grenzsteinproblematik, sondern auch vermehrt zur Leitungsdetektion, auf nationaler sowie internationaler Ebene. Daneben bekundeten immer wieder Geologen und auch Archäologen ihr Interesse an den mit Georadar erzeugten Tiefeninformationen.
So ergaben sich wesentliche Impulse für eine Weiterentwicklung bzw. Anpassung des Systems und der damit verbundenen Möglichkeit ein solches auch für diese Verwendungszwecke einsetzbar zu machen.

Resümee und Ausblick

Die Erwartungen hinsichtlich der zu geplanten Effekte durch die Messepräsentation sind für das Ingenieur- und Vermessungsbüros Krause zur vollsten Zufriedenheit erfüllt worden.
Man kann sagen, dass das Thema beim breiten Publikum sehr gut angekommen ist.

Eine Beobachtung des Marktes ergab einen etwa zweijährigen Vorsprung des Entwicklungstandes dieses Systems gegenüber den großen marktführenden Firmen.
An dieser Stelle sei zu bemerken, dass dieses Georadar- Projekt im Rahmen der weltweit größten Veranstaltung und Kommunikationsplattform im Bereich Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement als einziges Projekt in dieser Form vertreten war.
Mit der Teilnahme an der Messe konnte an den bereits erzielten Erfolgen angeknüpft und erweiternde Möglichkeiten für eine erfolgreiche Präsentation des Projektes in Fachmedien und Fachvorträgen geschaffen werden, mit der Folge einer besseren wissenschaftlichen Vernetzung.
Hervorgehoben seien hier besonders die Hinweise und Impulse zur Optimierung der Messauswertung durch Prof. Dr. Kantelberg.
Es gilt nun diesen Entwicklungsvorsprung gegenüber konkurrierenden Unternehmen zu halten, was eine schnellstmögliche Weiterbeschäftigung mit dem Projekt besonders unter dem Gesichtspunkt der Steigerung der Wirtschaftlichkeit verbunden mit einer Erweiterung des Anwendungsbereiches sowie des Anwenderkreises erfordert.
Dazu soll weiterführend eine Umsetzung der im Rahmen der Ergebniszusammenfassung entstandenen Anforderungen erfolgen.
Hieraus ergeben sich folgende Punkte:

  • Erweiterung der Spurweite des Georadarsystems
  • Messen von echten 3D-Georadar-Datensätzen
  • Verbesserte Berücksichtigung des Neigungsverhaltens des Systems
  • Optimierung der automatischen Erkennung von Objekten
  • Erweiterung des Systems mittels Zusatzsensoren zur Berücksichtigung der Bodenfeuchte

Weitere Ansätze sind durch die Möglichkeit des Einsatzes auch in der Landwirtschaft zu finden.